DLRG – Voller Einsatz gegen Badeunfälle

Viele Badende unterschätzen Gefahren, die in Gewässern lauern

In Sommern wie diesen haben die ehrenamtlichen Kräfte der DLRG alle Hände voll damit zu tun, an Badeseen oder auch am Rhein einen sorgsamen Blick auf die Badenden zu richten. Das Problem: Überall können sie nicht sein, und viele, die gerade in diesem heißen Corona-Sommer vermehrt in natürlichen Gewässern Abkühlung suchen, unterschätzen die damit verbundenen Gefahren. Mit fatalen Konsequenzen: Immer wieder kommt es zu tödlichen Badeunfällen. 

Einsatz gegen Badetote

Allein bis zum 21. Juli wurden in Rheinland-Pfalz sieben Badetote erfasst – und erst danach kamen die richtig heißen Tage. Einen Negativrekord gab es 2018: Im heißen Sommer dieses Jahres ertranken 22 Menschen in rheinland-pfälzischen Gewässern. „Diese Zahl werden wir hoffentlich in diesem Jahr nicht toppen“, sagt Marco Vogt, Pressesprecher des DLRG-Landesverbands Rheinland-Pfalz und gleichzeitig Bootsführer bei der DLRG Andernach. Er nimmt aber an, dass es am Ende wohl mehr Badetote sein werden als im vergangenen Jahr, als „lediglich“ neun Menschen im Wasser ihr Leben verloren.

Glück im Unglück dank DLRG

Vergleichsweise glimpflich ist im vergangenen Jahr eine verunglückte Bootsfahrt auf dem Laacher See ausgegangen: Drei junge Leute waren mit ihrem Tretboot untergegangen. Zum Glück war die DLRG hier gleich zur Stelle, um sie aus dem Wasser zu fischen.

Während der Saison von Ostern bis Ende September postieren sich die Wasserretter regelmäßig an dem beliebten Badesee, um von ihrer Wachstation einen achtsamen Blick auf die Schwimmer und sonstigen Wassersportler zu richten. 

"Es passiert selten etwas. Aber es kann halt viel passieren!"

Wegen kühlerer Temperaturen ist vergleichsweise wenig los ist. Wachführer Michael Seimetz von der DLRG Andernach hat das Fernglas trotzdem fest vor Augen. Und das ist auch gut so, denn plötzlich kommt Bewegung ins Geschehen: Seimetz hat einen gekenterten Katamaran entdeckt. Keine zwei Minuten später sitzen Marco Vogt und zwei weitere DLRG-Helfer im Motorboot und steuern auf den See hinaus. Kurz darauf ist ihre Mission auch schon erfüllt: Der Katamaran liegt wieder aufrecht im Wasser. Aufregende Situationen wie diese sind am Laacher See nicht an der Tagesordnung. „Es passiert selten etwas. Aber es kann halt viel passieren“, betont Tim Herrmann, Vorsitzender der DLRG-Ortsgruppe Mendig/Laacher See. Und deshalb ist es gut, dass die Rettungsschwimmer da sind und Präsenz zeigen. 

Gleich mehrere DLRG-Ortsgruppen versehen regelmäßig Dienst am Laacher See. Neben der DLRG Mendig/Laacher See gehören auch die DLRG-Ortsgruppen Andernach, Mayen, Boppard, St. Goarshausen und Troisdorf dazu. Trotzdem können die Retter nicht jeden Tag da sein. Was sie tun, tun sie alles ehrenamtlich, neben Arbeit und Familie. Zum Glück macht die Aufgabe Spaß, und Langeweile kommt nie auf – auch wenn der Dienst schon mal mehrere Tage am Stück dauern kann. Genau deshalb ist die Wachstation auch mit Kojen zum Übernachten ausgestattet. „Wenn eine Ortsgruppe vor Ort ist, ist eigentlich immer was“, erzählt Herrmann. Die DLRG-Mitglieder helfen bei Schnitt- und Schürfwunden, Bienen- und Wespenstichen, retten Entenküken vorm Ertrinken oder kommen Stand-up-Paddlern oder Kindern auf aufblasbaren Schwimminseln zu Hilfe, wenn sie vom Wind zu weit auf den See hinausgetrieben wurden. 

Immer weniger Kinder können schwimmen

 


Was der DLRG zunehmend Sorge bereitet: Immer weniger Kinder können schwimmen – jedes Dritte von ihnen ist nach der Grundschulzeit noch nicht in der Lage dazu. Das allgemeine „Schwimmbad-Sterben“ und der fehlende Schwimmunterricht an den Schulen sind zwei Gründe dafür. Doch selbst da, wo es noch Schwimmbäder gibt, sieht es nicht unbedingt rosiger aus.

„Wer geht denn heute überhaupt noch ins Schwimmbad?“, fragt Tim Herrmann. Immer mehr Familien hätten inzwischen ihren eigenen Pool im Garten; die geschlossenen Schwimmbäder zu Beginn der Corona-Pandemie hätten diesen Trend noch verstärkt. Doch Schwimmen lernt im Planschbecken oder Pool eben niemand richtig. Deshalb ist der DLRG die Schwimmausbildung umso wichtiger. Die Ortsgruppe Andernach geht hier mit gutem Beispiel voran: Im Andernacher Schwimmbad bietet sie regelmäßig Schwimmkurse nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene und darüber hinaus Crashkurse im Rettungsschwimmen an.

Was der DLRG zunehmend Sorge bereitet: Immer weniger Kinder können schwimmen – jedes Dritte von ihnen ist nach der Grundschulzeit noch nicht in der Lage dazu. Das allgemeine „Schwimmbad-Sterben“ und der fehlende Schwimmunterricht an den Schulen sind zwei Gründe dafür. Doch selbst da, wo es noch Schwimmbäder gibt, sieht es nicht unbedingt rosiger aus.

„Wer geht denn heute überhaupt noch ins Schwimmbad?“, fragt Tim Herrmann. Immer mehr Familien hätten inzwischen ihren eigenen Pool im Garten; die geschlossenen Schwimmbäder zu Beginn der Corona-Pandemie hätten diesen Trend noch verstärkt. Doch Schwimmen lernt im Planschbecken oder Pool eben niemand richtig. Deshalb ist der DLRG die Schwimmausbildung umso wichtiger. Die Ortsgruppe Andernach geht hier mit gutem Beispiel voran: Im Andernacher Schwimmbad bietet sie regelmäßig Schwimmkurse nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene und darüber hinaus Crashkurse im Rettungsschwimmen an.

Gefahren lauern auch für erfahrene Schwimmer

Aber selbst für Leute, die schwimmen können, ist das Baden in stehenden und besonders in fließenden Gewässern mit Risiken verbunden. Um zu zeigen, wo es auf dem Laacher See besonders gefährlich werden kann, fahren Tim Herrmann und Marco Vogt mit dem Motorboot zur Wassenacher und Nickenicher Bucht auf den See hinaus. Hier wie auch an der Jägerspitze herrscht eigentlich Schwimmverbot, doch kaum einer hält sich dran. Dabei ist gerade hier das Schwimmen mit Gefahren verbunden: Zu den Untiefen kommen Wasserpflanzen, in denen man sich verheddern kann. Das kann Panik auslösen, warnt Herrmann. 

 

Geraten sie nicht auch einmal in gefährliche Situationen? Tim Herrmann gibt Entwarnung: Es passiere zum Glück nicht viel. „Wir sind sehr vorsichtig – wir sind ja keine Helden“, schmunzelt auch Marco Vogt, der als Pressesprecher der DLRG Einblick in das DLRG-Geschehen im ganzen Land hat. Dem präventiven Gedanken folgend, versuchen sich die Wasserretter bei ihren Einsätzen gegen alle Gefahren abzusichern.

Und passiert doch mal was, ist die Unfallkasse Rheinland-Pfalz zur Stelle.  Denn alle DLRG-Mitglieder – im Land sind das mehr als 10.000 – sind bei der Unfallkasse im Rahmen ihrer DLRG-Tätigkeit gesetzlich unfallversichert. Wie übrigens auch alle Nothelfenden, die hinterherspringen, um einen Ertrinkenden zu retten. 

Und die Helfer selbst?

Und die Helfer selbst?

Geraten sie nicht auch einmal in gefährliche Situationen? Tim Herrmann gibt Entwarnung: Es passiere zum Glück nicht viel. „Wir sind sehr vorsichtig – wir sind ja keine Helden“, schmunzelt auch Marco Vogt, der als Pressesprecher der DLRG Einblick in das DLRG-Geschehen im ganzen Land hat. Dem präventiven Gedanken folgend, versuchen sich die Wasserretter bei ihren Einsätzen gegen alle Gefahren abzusichern.

Und passiert doch mal was, ist die Unfallkasse Rheinland-Pfalz zur Stelle.  Denn alle DLRG-Mitglieder – im Land sind das mehr als 10.000 – sind bei der Unfallkasse im Rahmen ihrer DLRG-Tätigkeit gesetzlich unfallversichert. Wie übrigens auch alle Nothelfenden, die hinterherspringen, um einen Ertrinkenden zu retten.