Achtung: Unfallgefahr bei Weihnachtsdekoration

Leitfragen geben Orientierung

Alle Jahre wieder klingelt in der Adventszeit bei der Unfallkasse Rheinland-Pfalz das Notfallhandy: „Beim Aufhängen der Weihnachtsbeleuchtung ist eine Person von der Arbeitsplattform gestürzt…Sie wurde schwer verletzt.“ Das muss nicht sein! Leitlinien geben Orientierung beim Einsatz von Leitern, Arbeitsplattformen und Traktoren.

Auch Arbeiten, die selten oder nur einmal jährlich vorkommen, sollen gut geplant und vorbereitet sein. Wer rechtzeitig die notwendigen Schutzmaßnahmen beachtet, kommt auch sicher durch die weihnachtlichen Vorbereitungen und kann gesund und fröhlich Weihnachten feiern.

Unfallgefahr beim Weihnachtsbaum – was muss beachtet werden?

Ein schön geschmückter Weihnachtsbaum gehört oftmals zu einem schönen Ortsbild oder zum Gesamtbild eines Unternehmens dazu. Allerdings stellt sich beim Schmücken, egal ob innen oder außen, grundsätzlich die Frage, wie man den Schmuck vor allem an die höher gelegenen Bereiche des Baums anbringt. Oftmals wird zu Hilfsmitteln gegriffen, die gerade zur Hand sind. Diese sind nicht immer sicher.

Schon vor dem Erwerb des Weihnachtsbaums sollte die Verantwortlichen bzw.  Führungskräfte in der Gefährdungsbeurteilung die möglichen Risiken der Arbeiten zusammentragen und bewerten. Schließlich sind Größe, Durchmesser und Aufstellort nicht unerhebliche Faktoren, auf deren Grundlage die Ausführung des hoch gelegenen Arbeitsplatzes ausgewählt werden muss.

Tipps für das sichere Anbringen von Weihnachtsbeleuchtung mit Leiter

Soll eine prächtige Tanne den Marktplatz oder das Foyer schmücken und die Lichterketten nicht in Griffhöhe angebracht werden, ist das Beantworten folgender Fragen hilfreich:

  • Ist die Leiter nach Ihrer Bauart für das Aufhängen der Weihnachtsbeleuchtung geeignet?
  • Ist die Leiter während ihrer Verwendung standsicher und sicher begehbar aufgestellt?
  • Ist der Untergrund, auf dem die Leiter stehen soll, tragfähig, unbeweglich und ausreichend dimensioniert, so dass die Stufen in horizontaler Stellung bleiben?
  • Ist das Verrutschen der Leiterfüße während der Verwendung durch Fixierung des oberen oder unteren Teils der Holme, durch eine Gleitschutzvorrichtung oder durch andere, gleich geeignete Maßnahmen verhindert?
  • Sind fahrbare Leitern vor ihrer Verwendung so arretiert, dass sie nicht wegrollen können?

Bei Nutzung eines Traktors mit einer angebauten Arbeitsplattform für das Aufhängen der Weihnachtsbaumbeleuchtung ist es empfehlenswert, Fachinfos zu Rate zu ziehen. So zum Beispiel die „LSV-Information T01 Auswahl und Betrieb von Arbeitsplattformen an Traktoren“, die die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) herausgegeben hat. In deren Anhang findet sich eine Handlungshilfe für die Prüfung und Kontrolle. Hieraus haben wir folgende Leitfragen zusammengestellt, die die Hauptunfallursachen auf den Punkt bringen.

 

Die LSV-Information mit der kompletten Handlungshilfe können Sie unter www.svlfg.de herunterladen:

Zum Download

Hinweise für die Anbringung mit Traktor

Allgemein

  • Entspricht die Kombination von Traktor, Hubeinrichtung und Arbeitsplattform den Angaben des jeweiligen Herstellers?
  • Ist die Hubeinrichtung mit einer zwangsläufig wirkenden Parallelführung, z. B. mechanisch, ausgestattet?
  • Schließt und sichert der Einstieg der Arbeitsplattform selbsttätig?
  • Ist eine Notabsenkung vorhanden?
  • Ist die Heckballastierung vorhanden?

Anbau

  • Besteht eine formschlüssige Verbindung?
  • Ist die Verbindung gegen unbeabsichtigtes Lösen gesichert?

Hydraulik

  • Ist eine Einrichtung zur Begrenzung der Senkgeschwindigkeit vorhanden und in Funktion?
  • Ist eine Kippfunktionssperre vorhanden und in Funktion?

Fahrerplatz

  • Sind die Stellteile gegen unbeabsichtigtes Betätigen gesichert?
  • Ist ein Hinweis am Fahrerplatz „bei besetzter Arbeitsplattform Fahrerplatz nicht verlassen“ vorhanden? 

Ihre Unfallkasse Rheinland-Pfalz wünscht:

❄❄❄ Eine besinnliche und unfallfreie Weihnachtszeit. ❄❄❄

Foto Headerbild: Reiner Friedsam