Rennen, hüpfen, klettern – Von einer Bewegungskita profitieren alle

Die Turnhalle ist voll. Kinder toben zwischen Turnbänken, Balancierbrettern, Sprossenwänden und Rutschen. Im Außengelände spielen Jungen und Mädchen auf Schaukeln und in Baumhäusern, düsen auf Dreirädern und Rollern über das Gelände.

Ein wünschenswertes Bild für den Verein Bewegungskindertagesstätte Rheinland-Pfalz. Er bringt Kitas in Bewegung und begleitet und unterstützt sie bei der Zertifizierung mit dem Qualitätssiegel zu einer Bewegungskita Rheinland-Pfalz. Kinder entdecken die Welt über Bewegung. Das Wahrnehmen des eigenen Körpers, der eigenen Persönlichkeitsmerkmale sowie der sozialen und materiellen Umwelt ist für die Kinder greifbar. Das Knüpfen von Zusammenhängen und das Erlernen von Handlungen erfahren bewegte Kinder ganz nebenbei. Durch Bewegung lernt ein Kind seine Umwelt kennen, sie zu erfassen und zu verändern sowie sich in ihr auszudrücken.

Im Jahr 2011 gründeten der Aktionskreis Psychomotorik, die Sportjugend Rheinland-Pfalz, der Turnverband Mittelrhein, die Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung e. V. sowie die Unfallkasse Rheinland-Pfalz aus dem  bereits seit 2005 bestehenden Aktionsbündnis Bewegungskindergarten den Verein Bewegungskindertagesstätte Rheinland-Pfalz. Ziel ist die Förderung der ganzheitlichen Entwicklung sowie Bildung durch Bewegung und Spiel.

„Kinder sind aktiv lernende Wesen, die die Welt mit ihrem angeborenen Bewegungsdrang neugierig, lustvoll und eigenständig erobern“, lautet das pädagogische Verständnis des Vereins. An diesem Punkt knüpft er an, wenn er von dem Profil einer Bewegungskita spricht. „Hier findet sich die bewegungsorientierte Ausstattung der Kita sowohl in der praktischen Umsetzung als auch in der pädagogischen Konzeption der Einrichtung wieder“, so Jördis Gluch, Sportwissenschaftlerin der Unfallkasse Rheinland-Pfalz und Vorstandsmitglied des Vereins.

Die Auswahl der Angebote und Aktivitäten sowie die Gestaltung der Umgebung richten sich nachder Leitidee, „Bewegung und  Spiel zu einem Grundprinzip der Erziehung, Bildung und ganzheitlichen Persönlichkeitsförderung der Kinder zu machen“. So soll in einer Bewegungskita die Raumgestaltung ebenso wie die Materialausstattung zu mehr Bewegung motivieren. Neben viel  Zeit zur freien Einteilung von Bewegung  und Spiel regen wöchentlich angeleitete Angebote die Kinder zum Mitmachen an.

Bewegungskitas zeichnen sich durch folgende Qualitätskriterien aus

  • Den Kindern steht möglichst viel freie Zeit für Bewegung und Spiel zur Verfügung.
  • Mindestens einmal wöchentlich gibt es ein angeleitetes Bewegungsangebot von mindestens 45 Minuten für alle Kinder.
  • Die Kita überzeugt durch bewegungs- und erfahrungsfreundliche Raumgestaltung und Materialausstattung.
  • In einer Bewegungskita laufen viele Netzwerke zusammen, zum Beispiel Elternarbeit, Kooperationen, Öffentlichkeitsarbeit, Multiplikatoren.
  • Ein fester Anteil an Beschäftigten einer Bewegungskita hat eine Qualifizierung durch Fortbildung im Bereich "Entwicklungsförderung durch Bewegung“.
  • Die Kita hat eine Konzeption mit dem Schwerpunkt Bewegung und ganzheitliche Entwicklungsförderung von Kindern.

Sie haben noch Fragen?

Antworten finden Sie unter www.bewegungskita-rlp.de oder bei Jördis Gluch.

E-Mail: j.gluch@ukrlp.de