Einsatzfahrten möglichst realitätsnah trainieren

In Kaiserslautern ist nun ein weiterer „Sondersignal-Fahrsimulator“ in Betrieb


Im Notfall muss es schnell gehen.

Deshalb tragen die Fahrerinnen und Fahrer von Fahrzeugen der Feuerwehr und anderer Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben eine ganz besondere Verantwortung. Nerven müssen sie haben und reaktionsschnell sein, um im laufenden Verkehr unfallfrei zum Einsatzort zu kommen. Sich auf diese Blaulichtfahrten vorzubereiten, ist allerdings eine Sache für sich. Denn einfach mal zum Üben mit eingeschaltetem Blaulicht und Martinshorn durch die Stadt zu fahren, das geht natürlich nicht. Schon vor vier Jahren hat in Rheinland-Pfalz eine neue Ära in der Ausbildung von Einsatzwagenfahrerinnen und -fahrern begonnen.

Damals wurde in der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule in Koblenz der erste „Sondersignal-Fahrsimulator“ in Betrieb genommen.

Jetzt wurde am Standort der Berufsfeuerwehr Kaiserslautern ein weiterer Simulator für den südlichen Teil von Rheinland-Pfalz feierlich eingeweiht.

Schon der erste Sondersignal-Fahrsimulator hat sich bezahlt gemacht: Seit 2014 wurden an ihm etwa 2.500 Rettungskräfte für ihre verantwortungsvollen Aufgaben ausgebildet. Der Bedarf an Ausbildungsmöglichkeiten ist aber weiterhin so groß, dass man sich für die Anschaffung des zweiten Trainingsgerätes entschieden hat. Auch an ihm können die Aktiven schwierige Situationen und das Vermeiden von Unfällen unter realistischen Einsatzbedingungen trainieren.

Die Ausbildung wird vom Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz organisiert und durchgeführt, die Unfallkasse Rheinland-Pfalz hat bei der Konzeption und Umsetzung beraten. 

Doch nicht nur das: Die Unfallkasse hatte vor vier Jahren die Anschaffungskosten für den ersten Simulator – immerhin 150.000 Euro – übernommen. Zum zweiten Simulator steuerte sie 26.000 Euro bei. Weitere finanzielle Unterstützung leisteten als Sachkostenversicherer die GVV-Kommunalversicherung, die Sparkassenversicherung, die Provinzial und die Versicherungskammer Bayern.

Im Gesamtprojekt sind zudem das rheinland-pfälzische Ministerium des Inneren und für Sport sowie auch die Unfallkasse Saarland Partner. Letzteres hat zur Folge, dass künftig auch die Feuerwehren und Hilfeleistungsorganisationen aus dem Saarland einen Nutzen von der Ausbildung haben. 

„Probefahrt“ in Kaiserslautern: Manfred Breitbach, Geschäftsführer der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, testet den neuen Fahrsimulator. Davon profitieren Hilfeleistungsunternehmen und Feuerwehren im Saarland und in Rheinland-Pfalz.

(v. l.) Frank Hachemer, Präsident des LFV RLP, Staatssekretär Randolf Stich, Manfred Breitbach, Geschäftsführer der UK RLP, LFV-Geschäftsführer Michael Klein bei der Berufsfeuerwehr Kaiserslautern: Einweihung des 2. Sondersignalfahrt-Trainers in Rheinland-Pfalz.

Gemeinsam stellten sie das Kooperationsprojekt vor: Thomas Meiser (links), Geschäftsführer der UK Saarland, und Manfred Breitbach, Geschäftsführer der UK Rheinland-Pfalz.


Optimale Vorbereitung

Ziel aller Beteiligten ist es, möglichst viele Einsatzkräfte durch das Training mit dem Simulator auf „Einsatzfahrten mit Sonderrechten“ optimal vorzubereiten, um so die Unfallgefahren zu minimieren. Beide Simulatoren stehen neben der Feuerwehr Organisationen wie Polizei, Rettungsdiensten und Katastrophenschutz zur Verfügung.