Achtung! Hitze belastet Feuerwehren besonders

Unfallkasse Rheinland-Pfalz gibt Tipps

Hitze, Schwüle, Gewitter, Insekten: Einsätze, aber auch Übungen und Ausbildungsdienste sind für Feuerwehrangehörige in der heißen Jahreszeit mit besonderen Gefahren und Belastungen verbunden.

Darauf weist die Unfallkasse Rheinland-Pfalz hin, bei der rund 50.000 freiwillige Feuerwehrangehörige gesetzlich unfallversichert sind. Sie gibt Verhaltenstipps und Empfehlungen zum Schutz von Sicherheit und Gesundheit. 

Vor allem sommertypische Szenarien wie Wald- oder Flächenbrände verlangen von den Feuerwehrangehörigen viel ab. Brandbekämpfung kann schnell zu einem schweißtreibenden Risiko für Herz und Kreislauf werden. Erschwerend hinzu kommt die hohe Luftfeuchtigkeit an schwülen Tagen. 

Es zeigt sich oft, dass bei einem Einsatz bereits nach kurzer Zeit die körperlichen Leistungsgrenzen erreicht werden. Bei schwerer körperlichen Arbeit, wie zum Beispiel beim Löschen eines Feuers, steigt die Körperkerntemperatur rasant an und erreicht in Einzelfällen Werte, die mit hohem Fieber vergleichbar sind. Hier kann es auch zu extremen Flüssigkeitsverlusten kommen. Die aggressive Sonnenstrahlung kann auf der Haut schnell einen schmerzhaften Sonnenbrand verursachen und mit weiteren gesundheitsschädlichen Spätfolgen einhergehen. 

Tipps: organisatorisch & personell

Grundsätzlich ist bei hohen Außentemperaturen auf besondere organisatorische und personelle Maßnahmen zu achten:

  • die Einsatzzeiten der Feuerwehrangehörigen auf das absolut notwendige Maß beschränken und ausreichend Erholungspausen (an schattigen Plätzen) einplanen (in den Pausen zudem schwere Ausrüstung und Kleidung ablegen), 
  • Verstärkung und Ablösung der eingesetzten Kräfte rechtzeitig einplanen, 
  • ausreichend Getränke bereitstellen, um den Flüssigkeitsverlust effektiv entgegenzuwirken.  Bei Einsätzen unter Atemschutz erhöht sich der Flüssigkeitsbedarf zusätzlich, 
  • zwecks Kräftigung leicht verdauliches Essen unter hygienischen Bedingungen bereitstellen, 
  • an Schutz vor UV-Strahlung durch Sonnencreme und Kopfbedeckung, beispielsweise Sonnenhüte mit Nackenschutz, denken, 
  • kein langes Antreten, insbesondere nicht ungeschützt in der Sonne. 

Jugendfeuerwehren & Bambini

Auch bei den Jugendfeuerwehren sowie bei den Vorbereitungsgruppen (Bambini-Gruppen) müssen in dieser Jahreszeit Vorkehrungen getroffen werden, um mögliche Gesundheitsgefahren zu verhindern.

Insbesondere bei Ausflügen, Lagern und Fahrten sind folgende Maßnahmen ratsam:

  • ausreichend Pausen einplanen und während der Erholung Schattenplätze aufsuchen, 
  • zum Schutz vor Sonnenbrand ausreichend eincremen, 
  • erhöhten Flüssigkeitsbedarf berücksichtigen und ausreichend Getränke bereitstellen, 
  • körperlich anstrengende Aktivitäten (Sport, Spiele oder Märsche) nicht in die Mittags- und Nachmittagsstunden legen, 
  • kein langes Antreten, insbesondere nicht ungeschützt in der Sonne. 

Gefährdung des Herz-Kreislauf-Systems darf nicht unterschätzt werden

Unabhängig, ob Einsatzabteilung, Jugendfeuerwehr oder Vorbereitungsgruppe, kann es an heißen Tagen zu Hitzeschäden wie Sonnenstich, schwerem Sonnenbrand oder Hitzeerschöpfung kommen, die zu einer ernsthaften Gesundheitsgefahr oder sogar lebensbedrohlichen Situation werden können. Durch die unmittelbare Gefährdung des Herz-Kreislauf-Systems dürfen sie keinesfalls unterschätzt werden und machen unter Umständen den Einsatz des Rettungsdienstes erforderlich. Vor dem Hintergrund der Gesundheitsgefahren in der Sommerzeit sollten die Erste-Hilfe-Kenntnisse der Feuerwehrangehörigen im Umgang mit Hitzeschäden regelmäßig aufgefrischt werden. 

Wir danken der Feuerwehr Unfallkasse Nord für ihre freundliche Unterstützung und  wünschen allen Feuerwehren einen möglichst unfallfreien Sommer!