Kinder werden fit für den Straßenverkehr

Unfallkasse bildet Erzieherinnen und Erzieher zu Multiplikatoren aus

Kinder sind das schwächste Glied im Straßenverkehr und bedürfen deshalb auch besonderen Augenmerks. Dem kommt die Unfallkasse Rheinland-Pfalz mit ihrer neuen Seminarserie „Fit für den Straßenverkehr“ nach, die Erzieherinnen und Erzieher in Kindertagesstätten ab dem kommenden Jahr zu Multiplikatoren in Sachen Verkehrssicherheit fortbilden will.

Das Besondere: Das neue Angebot bringt gezielt die Bewegungsförderung ins Spiel. An vielen Praxisbeispielen wird vermittelt, dass bewegungssichere Kinder auch besser mit den Herausforderungen im Straßenverkehr zurechtkommen.

Und diese Herausforderungen sind nicht ohne, denn mittlerweile gibt es viel mehr Autos als Kinder auf unseren Straßen. Hinzu kommt ein naturgegebener Nachteil: Kinder sind klein, werden deshalb schlechter gesehen und können ihrerseits den Verkehr nicht gut einsehen.

Ein weiteres Problem: Kinder sind auf ihrem Weg von A nach B mittlerweile viel öfter als Insasse im Auto unterwegs als selbst Fußgänger zu sein.

Folge: Ihnen fehlen wichtige eigene Erfahrungen im Straßenverkehr. Um diese Defizite auszugleichen, ist in zunehmendem Maße auch das pädagogische Personal in Kindertagesstätten gefragt.

Für die Mitarbeitenden hier ist die Bewegungsförderung genauso wie die Verkehrserziehung kein Neuland – das Besondere ist aber die Kombination von beidem.

„Bewegungssicherheit und Sicherheit im Straßenverkehr gehören zusammen“

Das sagt Julian Mädrich, Präventionsberater der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, der das neue Seminar mit seiner Kollegin Jördis Gluch konzipiert hat.

Dieses richtet den Blick zunächst einmal ganz allgemein auf das Gefahrenpotenzial, dem Kinder im Straßenverkehr ausgesetzt sind.


Auch die Entwicklungsphysiologie spielt eine Rolle:

Kinder sehen und hören anders als Erwachsene und verfügen noch nicht über ein ausgeprägtes Gefahrenbewusstsein.

„move it“-Box für Spiel- und Bewegungsangebote

Im praktischen Seminarteil geht es gezielt um die Bewegungsförderung. Hier werden den Erzieherinnen und Erziehern kleine Spiele vorgestellt, mit denen unter anderem die koordinativen Fähigkeiten der Kinder angesprochen werden:

  • Gleichgewicht
  • Orientierung
  • Reaktionsvermögen

Zum Einsatz kommt dabei die „move it“-Box der Landesverkehrswacht Rheinland-Pfalz, die Materialien für attraktive, abwechslungsreiche Spiel- und Bewegungsangebote bietet. „Die Kinder können mit den Materialien auf spielerische Weise üben, sich im geordneten Chaos zurechtzufinden, Hindernissen auszuweichen oder unvorhergesehene Herausforderungen zu parieren“, betont Andreas Opfermann-Hauch, Geschäftsführer der Landesverkehrswacht Rheinland-Pfalz.

Frei nach dem Motto: In ungewöhnlichen Situationen gut zurechtzukommen, ist der beste Beitrag zur Unfallprävention – auch im Straßenverkehr“, so der Fachmann.


kommmitmensch & „Vision Zero“

„Ganz im Sinne der aktuellen Kommmitmensch-Präventionskampagne möchten wir an Erzieherinnen und Erzieher appellieren, gemeinsam mit den Kindern ein Kulturverhalten für mehr Sicherheit zu entwickeln“, sagt Manfred Breitbach, Geschäftsführer der Unfallkasse Rheinland-Pfalz.

Das Ziel aller Bemühungen sei die „Vision Zero“, die Vision einer Welt ganz ohne Unfälle. Dafür gelte es, eine Präventionskultur zu etablieren.

Seminar „Fit für den Straßenverkehr“

2020 wird das Seminar „Fit für den Straßenverkehr“ an vier Terminen in Kooperation mit der Landesverkehrswacht und dem Forum Verkehrssicherheit Rheinland-Pfalz angeboten:

  • 26. März, Andernach
  • 28. Mai, Igel
  • 22. September, Ober-Olm
  • 12. November, Edenkoben


Eine Anmeldung ist online (Themen-Code: SV109) möglich:

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