Den Pflegeberuf attraktiver gestalten

Gemeinsame Ziele mit dem Bündnis für die Pflege bis 2022

Rund 2.750 fehlende Pflegefachpersonen prognostiziert das „Gutachten Gesundheitsfachberufe 2017“ allein für das Jahr 2020.

Um diesem Mangel entgegenzusteuern, haben sich in Rheinland-Pfalz mehrere Ministerien, der Städtetag sowie rund 30 Verbände, Einrichtungen und Organisationen aus Gesundheitswesen und Pflege zusammengetan. Auch die Pflege- und Krankenhausgesellschaft sowie die beiden Unfallversicherungsträger Unfallkasse Rheinland-Pfalz und die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) wirken mit.

Gemeinsam haben sie in der Fachkräfte - und Qualifizierungsinitiative Pflege 2.0 (FQI Pflege 2.0) für die Jahre 2018 bis 2022 konkrete Maßnahmen und Ziele vereinbart. Damit setzen sie die bereits 2012 initiierten Bemühungen zur Fachkräftesicherung in den Pflegeberufen in Rheinland-Pfalz (FQI Pflege 1.0 von 2012 bis 2015) fort. Die Beteiligten sind sich einig, dass die Sicherung der Pflegefachpersonen eine Aufgabe ist, die sich nur gemeinsam bewältigen lässt.

In fünf Handlungsfeldern vereinbarten die Kooperationspartnerinnen und -partner  gemeinsame Ziele und Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, die Lücke der Pflegefachpersonen bis zum Jahr 2022 weiter zu schließen und den Pflegeberuf attraktiver zu gestalten.

Fünf Handlungsfelder für mehr Pflegefachpersonen:

  • Zukunftsorientierte Formen von Ausbildung, Studium und Weiterbildung in der Pflege
  • Weiterentwicklung und Rahmenbedingungen der Pflegeberufe
  • Attraktive Beschäftigungsbedingungen
  • Integration ausländischer Pflegefachpersonen
  • Öffentlichkeitsarbeit

„Die Unfallkasse Rheinland-Pfalz wird insbesondere zum Thema attraktive Beschäftigungsbedingungen ihre Expertise einbringen“, betont Dr. Christoph Heidrich, Leiter der Abteilung Prävention der Unfallkasse.

„Attraktive Beschäftigungsbedingungen bestehen bzw. entwickeln sich dann, wenn es gelingt, Sicherheit und Gesundheit als integralen Bestandteil des Handelns und der Unternehmenskultur in die Unternehmensziele einzubinden. Vor allem sollten sie gelebt werden“, so Dr. Heidrich. Sicherheit und Gesundheit bedeutet demzufolge, ganzheitliche Risiken der Gesundheit, z.B. durch physische und psychische Belastungen, zu minimieren.

Auch das Fördern von Gesundheitskompetenzen durch Qualifikation und Angebote und das Berücksichtigen der Interessen und Vielfalt der Menschen durch Beteiligung führt er als empfehlenswerte Maßnahmen an.

„Vereinbarkeit von Familie und Beruf, flexible Arbeitszeiten, Aufgabenwechsel etc. sind weitere Voraussetzungen, die in Unternehmen mit einer guten Kultur gelebt werden,“ betont der Präventionsfachmann.

Ziele für attraktivere Beschäftigungsbedingungen:

  • verbindliche Arbeitszeiten,
  • gesundheitsorientierte Formen der Arbeitsorganisation,
  • Vergütungen und Sozialleistungen,
  • Einarbeitungskonzepte,
  • Maßnahmen zum Gesundheits- und Arbeitsschutz  sowie zur Fort- und Weiterbildung
  • Möglichkeiten der Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf.

„Eine gute Unternehmenskultur herrscht dort, wo Beschäftigten verlässliches Führungsverhalten, eine wertschätzende Personalarbeit, sowie Unterstützung in Krisen- und Notsituationen entgegengebracht,  Vertrauen aufgebaut und Teamgeist gefördert wird“, so Dr. Heidrich.

Die Unfallkasse vermittelt den Versicherten ihrer Mitgliedsbetriebe in Seminaren und Workshops Kenntnisse und Tools, damit sie vor Ort attraktive Beschäftigungsbedingungen schaffen können.