Die „Gelben Füße“ in Rübenach sind wieder da

Grundschule beteiligt sich an Auffrischungsaktion der UK RLP

Ein Mittwoch in Rübenach, der nach Farbe riecht und Aufbruch verspricht. Auf dem Schulhof der Grundschule warten die Kinder schon ungeduldig auf ihren Einsatz. „Da ist die gelbe Farbe. Ich habe die gelbe Farbe gesehen!“, ruft ein Junge, als wäre gerade ein Schatz gehoben worden. Ein paar Minuten später weiter trägt ein anderes Kind feierlich den Farbtopf zum ersten Markierungspunkt in der Lambertstraße, direkt am Zebrastreifen. Wieder andere halten stolz Pinsel, Schablonen und Handschuhe wie wichtige Werkzeuge einer Mission in ihren Händen. Was für eine Mission? Rübenachs „Gelbe Füße“ bekommen ein Update.

Die ursprünglichen „Gelbe Füße“-Markierungen stammen aus dem Jahr 2012 – und das sieht man ihnen an. Sonne, Regen, Baustellen und der ganz normale Alltag haben die gelben Fußabdrücke verblassen lassen. Einige sind kaum noch zu erkennen, andere ganz verschwunden. Für Schulleiter David Janser war deshalb klar: „Die Auffrischung tut so manchem Fuß ganz gut.“ Dass seine Schule an der landesweiten Auffrischungsaktion der Unfallkasse Rheinland-Pfalz (UK RLP) teilnimmt, passt perfekt. Denn das Verkehrssicherheitsprojekt „Gelbe Füße“ ist weit mehr als Farbe auf dem Boden – es ist ein Baustein für sichere Schulwege und ein Signal an Kinder wie Eltern: Achtsamkeit beginnt schon vor dem Schultor.

Was die „Gelben Füße“ bedeuten

Kinder stehen auf dem Gehweg. Einige von ihnen hocken am Boden, um mit Pinsel und Schablone gelbe Füße aufzumalen.
Wer darf pinseln? Nachdem diese Frage geklärt war, ging es zur Tat.

Der Schulweg ist für Grundschülerinnen und Grundschüler oft die erste echte Herausforderung im Straßenverkehr. Die Gelben Füße sollen ihnen Orientierung geben: Gehende Füße zeigen ihnen den sicheren Weg an; stehende Füße erinnern daran, innezuhalten und zu prüfen, ob die Straße frei ist; und eine gelbe Linie markiert den Punkt, an dem Kinder bewusst stehenbleiben sollen.

Absolute Sicherheit garantieren die Markierungen auf dem Gehweg nicht – aber sie helfen, Risiken zu minimieren. Und sie dienen Eltern als wichtige Hilfestellung: „Wir machen uns dafür stark, dass Eltern schon vor dem Schulstart mit ihren Kindern den künftigen Schulweg üben“, sagt Jördis Hasler, Projektverantwortliche der Unfallkasse.

Kinder stehen auf dem Gehweg. Einige von ihnen hocken am Boden, um mit Pinsel und Schablone gelbe Füße aufzumalen.
Wer darf pinseln? Nachdem diese Frage geklärt war, ging es zur Tat.
Eine Schablone und ein Topf mit gelber Farbe steht auf dem Bürgersteig.
Mithilfe einer Schablone werden die „Gelben Füße" auf den Gehweg aufgebracht.

Rübenach: Ein Dorf, zwei Seiten

Eine Schablone und ein Topf mit gelber Farbe steht auf dem Bürgersteig.
Mithilfe einer Schablone werden die „Gelben Füße" auf den Gehweg aufgebracht.

Der Koblenzer Stadtteil Rübenach hat dörflichen Charme, aber auch eine Herausforderung: Die Aachener Straße teilt den Ort quasi in zwei Hälften. Für Kinder bedeutet das: viel Verkehr und viele Gefahrenstellen. Bisher gab es elf „Gelbe Füße“-Standorte, nun kommen zwei neue hinzu. Die Markierungsarbeiten übernehmen städtische Mitarbeitende – doch zum Auftakt dürfen die Kinder selbst Hand anlegen.

Schulleiter Janser findet es gut, dass in Rübenach in Sachen Verkehrssicherheit alle an einem Strang ziehen: „Die Zusammenarbeit mit Ortsvorsteher, Ortsbeirat und Schulträger funktioniert richtig gut.“ Der stellvertretende Ortsvorsteher Stefan Israel bestätigt das: „Wir hören es immer wieder in den Sprechstunden: Es gab doch mal die Gelben Füße.“ Nun sind sie zurück – sichtbarer denn je.

Ein Projekt, das Schule macht

Dafür, dass Schulen an der Auffrischungsaktion teilnehmen können, stellt die UK RLP nicht nur neue Schablonen bereit, sondern auch einen Zuschuss von bis zu 150 Euro. Voraussetzung: Das Projekt wird erneut umfassend aufgerollt – mit Unterrichtseinbindung, Partnern vor Ort und nachhaltigen Strukturen.

In Rübenach ist das längst gelebte Praxis. Jedes Jahr stehen die Gelben Füße für die neuen Erstklässler auf dem Stundenplan, auch beim Elternabend wird informiert. Die Schulelternsprecherin Antonia Nittinger bringt es auf den Punkt: „Wir finden es super, dass die Kinder noch sicherer zur Schule kommen.“ Und Schülersprecher Noel? Der braucht keine langen Worte. Ein Daumen hoch reicht.

Als der letzte Pinselstrich getan ist, stehen Kinder, Lehrkräfte und die weiteren Beteiligten zusammen und betrachten ihr Werk. „Sieht gut aus“, lautet das einhellige Urteil. Jördis Hasler lächelt zufrieden: „So wünschen wir uns das. Und wir wünschen euch stets eine unfallfreie Zeit.“

Mehr Informationen zum Projekt und der Auffrischungsaktion gibt es auf der „Gelbe Füße“-Seite der UK RLP.

Eine Gruppe Erwachsener und Kinder blickt in die Kamera.
Zufriedene Gesichter nach getaner Arbeit: Die „Gelben Füße" sind zurück in Rübenach.
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