Ein Schutzkonzept mit Haltung

Spiel- und Lernstube Sternenstaub erhält Präventionspreis der Unfallkasse

Die städtische Spiel- und Lernstube Sternenstaub in Zweibrücken ist für die Entwicklung eines umfassenden institutionellen Schutzkonzepts (ISK) mit dem Präventionspreis der Unfallkasse Rheinland‑Pfalz (UK RLP) ausgezeichnet worden. Die Einrichtung erhält neben der Präventionspreis‑Plakette ein Preisgeld von 500 Euro.

Ziel des Schutzkonzepts ist es, Kinder in allen Situationen bestmöglich zu schützen – in den Räumen der Einrichtung, auf dem Außengelände und bei Ausflügen. Das Team entwickelte über zwei Jahre hinweg ein Konzept, das Übergriffe verhindert, Mitarbeitenden Handlungssicherheit gibt und die pädagogische Qualität langfristig stärkt.

Prozess verändert das ganze Team

Die Grundlage bildete eine ausführliche Gefährdungsanalyse: Mögliche Risiken wurden identifiziert, bewertet und mit Minimierungsstrategien hinterlegt. Parallel erarbeitete das Team an Konzeptionstagen und in Teamsitzungen Inhalte zu Prävention, Intervention und Rehabilitation. Unterstützt wurde es durch Fachliteratur, Medienboxen, Workshops, externe Fachleute und themenbezogene Fortbildungen.

Besonders wichtig war der Einrichtung, Kinder aktiv einzubeziehen. Demokratische Prozesse, Beteiligungsrechte und Kinderrechte wurden fest im Konzept verankert. Einrichtungsleitung Billie Jean Paulus beschreibt den Ansatz so: „Uns war es wichtig, dass die Kinder nicht nur geschützt werden, sondern auch verstehen, welche Rechte sie haben und wie sie sich äußern dürfen.“ Sie ergänzt: „Im Prozess wurde uns bewusst, wie grundlegend Prävention für unsere pädagogische Arbeit ist – für die Kinder, aber auch für uns selbst.“ Ihr Team beschreibt, dass es während der Entwicklung „sensibler, klarer und schützender“ geworden sei – sowohl im Umgang mit den Kindern als auch mit der eigenen Gesundheit. Grenzen wurden neu definiert und gefestigt, die gemeinsame Haltung gestärkt. 

Gruppenfoto in einem Klassenraum: Sechs Erwachsene stehen zusammen, in der Mitte wird die Präventionspreisplakette „Sicherheit und Gesundheit“ für 2025 in die Kamera gehalten.
Freuen sich über den Präventionspreis (von links): Oberbürgermeister Marold Wosnitza, Oliver Patschula (UK RLP), Kitaleiterin Billie Jean Paulus, ihre Stellvertreterin Jascha Becker, Jugendamtsleiter Jörg Klein und Bürgermeister Christian Gauf.

Auch Bürgermeister und Jugenddezernent Christian Gauf ist stolz auf das Geleistete: „Die Auszeichnung der Spiel- und Lernstube Sternenstaub würdigt vor allem die hervorragende Arbeit der Mitarbeiterinnen vor Ort. Mit großem Engagement, hoher Fachlichkeit und viel Sensibilität haben sie ein Schutzkonzept entwickelt, das Kinder stärkt und nachhaltig schützt. Sie schaffen damit einen Ort, an dem Kinder nicht nur sicher sind, sondern auch in ihren Rechten gestärkt und ernst genommen werden. Dieses Ergebnis hat Vorbildcharakter und zeigt eindrucksvoll, wie wertvoll ihre tägliche Arbeit für unsere Stadt ist.“

Was die Jury überzeugt hat

Die Jury der UK RLP hebt hervor, dass jede Kita in Rheinland‑Pfalz ein Schutzkonzept erstellen muss. Häufig werde jedoch die Gefährdungsbeurteilung als separates Dokument wahrgenommen und deshalb als zusätzliche Belastung empfunden. Gerade deshalb sei der Ansatz der Spiel- und Lernstube, Schutzkonzept und Gefährdungsbeurteilung miteinander zu verbinden, „begrüßenswert und sinnvoll“. Die Einrichtung zeige, wie ein Schutzkonzept nicht nur formal erfüllt, sondern als lebendiger Bestandteil der pädagogischen Arbeit verankert werden kann.

Nachhaltig, übertragbar und beispielgebend

Das Schutzkonzept ist öffentlich zugänglich und strukturell auf andere Einrichtungen übertragbar. Die Sternenstaub‑Einrichtung steht zudem im fachlichen Austausch mit anderen Trägern und versteht ihr Konzept als Beitrag zur Qualitätssicherung im Kinderschutz.

Mit dem Präventionspreis zeichnet die UK RLP seit 2009 Einrichtungen aus, die sich in besonderer Weise für Sicherheit und Gesundheit einsetzen. Der Preis richtet sich an alle Mitglieder der Unfallkasse – von Schulen über Kommunen bis hin zu Hochschulen. Jährlich werden bis zu 20.000 Euro vergeben. Weitere Informationen zur Teilnahme sind auf unserer Seite zum Präventionspreis abrufbar. 


E-Mail