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Unfallkasse Rheinland-Pfalz | Team Time


Mit Tea(m) Time psychischen Belastungen auf der Spur

Weitere Qualifizierungen lassen Konzept für Kliniken weiter um sich greifen

Digitalisierung, demografische Entwicklung, Fachkräftemangel und Ressourcenverknappung: Es sind eine ganze Menge an Herausforderungen, denen sich Kliniken und ihre Beschäftigten aktuell und auch in Zukunft stellen müssen. Um den damit einhergehenden Arbeitsbelastungen entgegenzuwirken, sind Flexibilität, agiles Führen und resiliente Teams gefragt. Eine Methode für Kliniken in Rheinland-Pfalz, psychische Belastungen anzugehen, ist das Konzept „Tea(m) Time“: Es nutzt die Kraft und die Intelligenz von Teams, um partizipativ Arbeitsbelastungen aufzuspüren, zu reduzieren und Prozesse zu gestalten. Ganz nebenbei erfüllt das Konzept die arbeitsschutzrechtliche Anforderung zur Gefährdungsbeurteilung Psychischer Belastung.

Konzipiert wurde Tea(m) Time vom Landeskrankenhaus Rheinland-Pfalz mit Sitz in Andernach, in Begleitung der Unfallkasse Rheinland-Pfalz (UK RLP). „Wir unterstützen das Projekt von Anfang an“, sagt Helin Dogan, Leiterin des Fachbereichs Gesundheit, Kultur und Arbeitsfähigkeit bei der UK RLP. „Ziel ist es, die Kommunikation und Beziehungen in den Teams zu fördern und den Anforderungen der Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastung zu entsprechen“, erklärt die Arbeitspsychologin.

Und so funktioniert die Tea(m) Time: Bei einer Tasse Tee setzen sich die Teammitglieder regelmäßig alle paar Wochen zusammen, um sich eingehend den Belastungen am Arbeitsplatz zu widmen. Trotz des griffigen Wortspiels ist Tea(m)Time aber weit mehr als nur eine „Teatime im Team“. Das Konzept verfolgt vielfältige organisationsbezogene Ziele: Teilhabe, Mitentscheiden, Selbst- und Wirksamkeitserfahrungen, Förderung der Gesundheitsressourcen sowie Stärkung der Gesundheitskompetenzen. Dadurch, dass die Teilnahme für alle Mitarbeitenden offen ist und innerhalb der Arbeitszeit geschieht, sind die Einbeziehung der Beschäftigten und ein hoher Grad an Partizipation möglich.

Die Tea(m) Time ist aber noch viel mehr: Sie ist eine alltagstaugliche Möglichkeit der Gefährdungsbeurteilung Psychischer Belastung und der Bearbeitung derselben auf kreative und lösungsorientierte Weise durch das Team selbst. Die Methode nutzt die Ressourcen und die Intelligenz von Teams, um partizipativ Belastungen der Arbeit zu reduzieren und Prozesse zu gestalten. Der Idee zugrunde liegt die Erkenntnis, dass die Beschäftigten selbst die Experten in ihren Arbeitsbereichen sind – und als solche finden sie am allerbesten gute, allgemein akzeptierte, sinnvolle und praktische Lösungen für auftretende Probleme.

Die speziell für Tea(m) Time qualifizierten Führungskräfte begleiten ihr Team in einer Moderatorenrolle beim Erkennen von Belastungen und dem Aufspüren von Lösungsansätzen. Die Teams wiederum haben die Aufgabe, Probleme offen zu benennen, sie zu priorisieren und gemeinsam konkrete Lösungen zu erarbeiten, um als Einheit zur Gesunderhaltung und Prävention der einzelnen Kollegen und Kolleginnen und der Gruppe beizutragen.

Das Konzept der Tea(m) Time ist bereits erfolgreich erprobt: Von 2015 bis 2019 hat es zwei aufeinander aufbauende Pilotphasen durchlaufen, bei der das Konzept zur Reife gebracht werden konnte. Jetzt hat das Landeskrankenhaus weitere Führungskräfte-Qualifizierungen durchgeführt, damit das Konzept Tea(m) Time noch weiter um sich greifen kann. Zum einen wurde im Klinikum Worms eine Gruppe von Führungskräften in die Methodik eingeführt.

Zur Vorbereitung auf ihre besondere Aufgabe und Rolle absolvierten sie eine mehrtägige Qualifizierungsmaßnahme, die von der Rhein-Mosel-Akademie des Landeskrankenhauses verantwortet wird. Im Zentrum stand vor allem der Erwerb der entsprechenden Coaching-Kompetenzen, darüber hinaus werden die Moderatoren in einer sechsmonatigen Implementierungsphase begleitet.

Zwei weitere Qualifizierungsreihen gab es in der Geriatrischen Fachklinik Bad Kreuznach, ebenfalls eine Klinik des Landeskrankenhauses, das nun ebenfalls mit der Implementierung von Tea(m)Time in der gesamten Klinik begonnen hat. Hier werden nun in insgesamt 21 Teams regelmäßige Tea(m)Times über alle Hierarchieebenen und Berufsgruppen hinweg durchführen. Die Katholische Hochschule um Prof. Dr. Nadine Ungar und Ivonne Ledtermann begleiten diese Implementierung wissenschaftlich, um die Wirkung von Tea(m)Time auf die individuelle Beanspruchung und Resilienz abbilden zu können.

Bei allen drei Qualifizierungsreihen waren neben den Landeskrankenhaus-Referenten André Hennig und Marion Fiox auch Mitarbeitende der UK RLP vor Ort, um zu erläutern, wie Tea(m) Time arbeitsschutzthematisch einzuordnen ist. Sie berichteten Wissenswertes zum Thema Gefährdungsbeurteilung Psychischer Belastung, ordneten die Ziele der Tea(m) Time ein und vermittelten den Teilnehmenden Sicherheit dazu, wie sie dem Arbeitsschutz und ihrer Verantwortung mit Tea(m) Time bei psychischen Belastungen gerecht werden können.