Voller Einsatz gegen Badeunfälle
Viele unterschätzen die Gefahren, die in Gewässern lauern
In Sommern wie diesen haben die ehrenamtlichen Kräfte der DLRG alle Hände voll damit zu tun, an Badeseen oder auch am Rhein einen sorgsamen Blick auf die Badenden zu richten. Das Problem: Überall können sie nicht sein, und viele, die gerade in diesem heißen Sommer vermehrt in natürlichen Gewässern Abkühlung suchen, unterschätzen die damit verbundenen Gefahren. Mit fatalen Konsequenzen: Immer wieder kommt es zu tödlichen Badeunfällen.
Viele unterschätzen die Gefahren
Allein in diesem Juni ertranken in Rheinland-Pfalz vier Menschen – doppelt so viele wie im Juni vor einem Jahr. Das geht aus einer aktuellen Bilanz der DLRG hervor. Bundesweit erreichte die Zahl der Ertrinkungsopfer im Juni mit 99 Todesfällen einen Höchststand, der zuletzt im Hitzesommer 2003 mit 107 Opfern übertroffen wurde.
Doch wie kommt diese hohe Zahl von Badetoten überhaupt zustande? Viele unterschätzen beim Sprung ins kühle Nass Gefahren wie Strömungen und Temperaturunterschiede. Auch schlechte Schwimmfähigkeiten, Selbstüberschätzung, Sprünge in zu flache Gewässer und medizinische Notfälle im Wasser tragen zur Gefahr bei. Und wo die Leichtsinnigkeit der Badenden aufhört, beginnt der oft gefährliche Einsatz der Kräfte der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG). Was sie tun, tun sie alles ehrenamtlich, neben Arbeit und Familie.
Was der DLRG zunehmend Sorge bereitet: Immer weniger Kinder können sicher schwimmen – 40 Prozent von ihnen sind nach der Grundschulzeit noch nicht in der Lage dazu. Das allgemeine „Schwimmbad-Sterben“ und der fehlende Schwimmunterricht an den Schulen sind zwei Gründe dafür. Dazu kommt ein gefährlicher Trugschluss: Viele Eltern wiegen sich in Sicherheit, wenn das Kind das „Seepferdchen“ besitzt. Doch dieses Abzeichen ist keine Garantie – als rechtlich und praktisch schwimmsicher gelten Kinder erst mit dem Deutschen Schwimmabzeichen in Bronze.
Das Problem mit dem Pool im Garten
Aber auch da, wo es noch Schwimmbäder gibt, sieht es mit der Schwimmfähigkeit nicht unbedingt rosiger aus. Denn wer geht denn heute überhaupt noch ins Schwimmbad? Immer mehr Familien haben inzwischen ihren eigenen Pool im Garten. Doch richtiges Schwimmen und das Verhalten bei Tiefen oder Strömungen lernt im Planschbecken oder Pool eben niemand. Deshalb ist der DLRG die fundierte Schwimmausbildung umso wichtiger.
Aber selbst für Leute, die schwimmen können, ist das Baden mit Risiken verbunden – besonders in fließenden Gewässern. In Rheinland-Pfalz sichern die ehrenamtlichen Kräfte der DLRG hochkomplexe Reviere ab: Neben den gefährlichen Strömungen des Rheins oder der Mosel überwachen sie in den Sommermonaten auch große Hotspots wie den Laacher See oder die Binsfeldseen bei Speyer.
Und die Helfenden selbst? Geraten sie nicht auch einmal in gefährliche Situationen? Das kommt zum Glück selten vor. Dem präventiven Gedanken folgend, versuchen sich die Wasserretter bei ihren Einsätzen gegen alle Gefahren abzusichern. Und passiert doch etwas, steht die Unfallkasse hinter ihnen: Wer die eigene Sicherheit für das Leben anderer riskiert, genießt den vollen Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung – während des Einsatzes, bei Übungen und auch auf allen Wegen.
Die goldenen Baderegeln
- Abkühlung nur an bewachten Badestellen
- nie überhitzt ins Wasser springen
- Strömungen meiden
- niemals unter Alkohol- oder Drogeneinfluss schwimmen
- Kinder immer beaufsichtigen
- Auf andere achten
- beim Paddeln oder Surfen Schwimmwesten tragen
- ausreichend trinken, direkte Sonneneinstrahlung meiden
Schwimmunterricht: So unterstützen wir Schulen
Schwimmen können rettet Leben. Es ist kein Hobby, sondern eine lebenswichtige Grundkompetenz. Schulen stehen hier – neben Eltern und Vereinen – in der Pflicht.
Doch wie gelingt sicherer Schwimmunterricht im Schulalltag? Als Unfallkasse Rheinland-Pfalz engagieren wir uns für die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen in Kitas und Schulen. Gemeinsam mit dem Bildungsministerium haben wir 32 Lehrvideos für Grund- und weiterführende Schulen realisiert.
Die Videos basieren auf dem Niveaustufen-Konzept der Schulsportinitiative „Sicherheit und Gesundheit im und durch Schulsport“ und unterstützen Sportlehrkräfte bei der Vorbereitung und Ideenfindung für ihren Schwimmunterricht.
Mehr dazu erfahren Sie auf unserer Homepage im Bildungsportal.