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Unfallkasse Rheinland-Pfalz | BGM Fachtagung: Schöne neue Arbeitswelt?!

Schöne neue Arbeitswelt?!

Digitale Fachtagung zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement der Unfallkasse Rheinland-Pfalz setzt Maßstäbe

„Eine Reise in die Arbeitswelt der Zukunft“, betiteln die Initiatorinnen der Fachtagung zum betrieblichen Gesundheitsmanagement die Veranstaltung, die am 23. März 2021 digital stattfand. Eine Vielzahl an digitalen interaktiven Angeboten stand den zwischenzeitlich 100 Teilnehmenden an diesem Tag offen. Von digitalen Pausenräumen und Möglichkeiten zum Netzwerken, über Aktivierungspausen, Fragen-Wettkämpfen bis hin zu einem Blick hinter die Kulissen der digitalen Fachtagung. Das Angebot war so vielseitig wie die Rednerinnen und Redner der Veranstaltung.

Zwei Frauen sitzen im Webinarraum.

Die Dozentinnen eröffnen die digitale Fachtagung im Webinarraum der UK RLP.

Auf einem Laptop läuft eine Videokonferenz.

Die verschiedenen Angebote konnte alle digital besucht werden.

Eine Frau mit Kopfhörer spricht in einer Videokonferenz.

Sabrina Mankel erläutert die Herausforderungen der Arbeitswelt von Morgen.

Zwei Frauen sitzen im Webinarraum vor Computern.

Die Fachtagung ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen.

Eine Frau mit Kopfhörer spricht in einer Videokonferenz.

Lorena Hebel geht auf die neu entstehenden Belastungen von Mitarbeitenden ein.

Digitalisierung und Globalisierung erfahren wir seit Jahren. Die Entwicklung dieser Bereiche in den letzten Jahren sind exponentiell. Aktuell hören wir beinahe täglich eine Vielzahl von Wörtern, die wir so noch nicht kennen: beispielsweise VUCA, Cyber Crime, Big Data, Blockchain. Wandel und Veränderungen sind unvermeidbar. Veränderungen müssen aber bereits richtig begonnen werden.

Hierzu stellte der Redner Prof. Dr. Martin-Niels Däfler das Erste-Hemden-Knopf-Prinzip vor. „Wenn oben bereits falsch zugeknöpft wird, kann man unten nur falsch rauskommen“, betont der Experte der neuen Arbeitswelt. Er stellt vier essenzielle Punkte vor, wie Veränderungen im System gelingen können:

  • Menschen sind sehr viel eher bereit, die Veränderungen aktiv mitzugestalten, wenn sie das WIESO verstehen.
  • Menschen machen oft nicht das, was man ihnen sagt, sondern was man ihnen vorlebt. Um eine Veränderung erfolgreich zu gestalten, ist es demnach wichtig, diese auch vorzuleben.
  • Als Führungskraft ist man immer Vorbild für die Mitarbeitenden. Hier ist es notwendig, auch ein positives Vorbild zu sein.
  • Schlussendlich ist es wichtig, eine positive Zukunftsaussicht zu vermitteln.

 

 „Das Homeoffice hat durch die Corona-Pandemie eine deutliche Beschleunigung erfahren“, eröffnete Manfred Breitbach, Geschäftsführer der UK RLP, die Veranstaltung. „Am Ende des ersten Lockdowns wurden in der UK RLP die Stimmen lauter, das Homeoffice beizubehalten.“ Die Telearbeit sei so in der UK RLP in einem gemeinsamen partizipativen Prozess umgesetzt worden. Ein Transformationsprozess biete einerseits Chancen wie die neuen Arbeitsformen der Agilität, aber ebenso Risiken wie Kontaktverluste, Selbstausbeutung und Unsicherheiten bis hin zu Ängsten. „Wir können uns den eben genannten Herausforderungen nicht entziehen, aber wir können versuchen, diese anzunehmen und gemeinsam auszugestalten“, bringt Breitbach es auf den Punkt.

Die rheinland-pfälzische Staatsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler brachte in ihren Grußworten die Chancen der Digitalisierung im familiären Umfeld ein. „Die Digitalisierung birgt die Chance für eine an den individuellen Bedürfnissen der Beschäftigten ausgelegte Gestaltung von Arbeit und damit auch für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, betont sie. „Neue Arbeitsformen werden damit zunehmend attraktiv und gewinnen an Bedeutung.“ Gleichzeitig müssten aber gesundheitsförderliche Arbeitsbedingungen zum einen durch politische Rahmenbedingungen, zum anderen durch die Arbeitgebenden selbst so gestaltet werden, dass Arbeitnehmende den neuen Herausforderungen auch gerecht werden können. Belastungen sollen nicht zu Fehlbelastungen werden. „In den vergangenen Monaten wurde noch mal ganz klar deutlich, wie essenziell es ist, dass Unternehmen und Betriebe den Arbeits- und Gesundheitsschutz nachhaltig gut aufgestellt haben“, macht sie deutlich. So seien digitale Arbeitsweisen für viele Betriebe der Weg, auch während einer Pandemie arbeitsfähig zu bleiben.

„Unsere bisher gemachten Erfahrungen prägen nicht nur unsere Gegenwart, sondern auch unser Denken in der Zukunft. Unsere Wertvorstellungen von gesunder Arbeit werden durch unsere jetzige Prägung gebildet“, erklärt Franz Kühmayer. Der Trendforscher am Zukunftsinstitut macht die Herausforderung deutlich, dass wir mit den Werkzeugen von heute die Arbeit von morgen gestalten müssen.

Als Trendforscher beschäftigt er sich mit der Perspektive, was man über die Zukunft alles wissen kann. Im Zuge von Veränderungen sei Angst immer ein wichtiger prägender Faktor. Die Amygdala, das Zentrum der Angst im Gehirn, neige jedoch gern zu Übertreibungen, so entstehe oft ein apokalyptisches Bild der Zukunft.

Entgegenwirken lasse sich hier durch eine Planung im Sinne der Rationalisierung. „Was wir durch Corona lernen konnten: die Erfolgsfaktoren für die Spontantransformationen. Zunächst gilt es, die technologischen und organisatorischen Herausforderungen zu schaffen. Wichtig sind auch die Kompetenzen, um mit diesen technischen Elementen umzugehen. Im letzten Jahr ist ein wahnsinniger Kompetenzsprung im digitalen Bereich passiert. Schlussendlich stellt sich die Frage, ob wir unsere Unternehmen so führen können, dass wir unsere Mitarbeitenden in eine gute Produktivität mitnehmen können.“

„Die Arbeitswelt von Morgen stellt uns vor einige neue Herausforderungen, wie wir heute gehört haben. ‚Das Homeoffice ist kein Pyjamaparadies‘, erklärte Herr Kühmayer. Es geht darum, sich auf das Menschliche zu besinnen und unsere Stärken zu identifizieren. Maschinen werden uns helfen und unterstützen, aber sie werden uns nicht ersetzen. Wenn die Maschinen bessere Maschinen werden, müssen wir Menschen bessere Menschen werden“, fasst Sabrina Mankel, Moderatorin der Fachtagung und Präventionsmitarbeitende der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, zusammen. „Die Herausforderungen der neuen Arbeitswelt haben natürlich auch Auswirkungen auf die Gesundheit der mitarbeitenden Menschen. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung sollte hierbei konkret der Fokus auf die nun auch neu entstehenden Belastungen für Mitarbeitende gelegt werden. Aufgabe des betrieblichen Gesundheitsmanagements wird es sein, geeignete Maßnahmen zu entwickeln, wie diese neuen Anforderungen sicher und gesund gestaltet werden können“, ergänzt ihre Kollegin Lorena Hebel.


Podcast mit Benjamin Heyers, Personalleiter der UK RLP u. a. über die Gewinnung und Bindung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im neuen Zeitalter.

Ein kuzer Einblick: Die Dozentinnen nehmen die Teilnehmenden mit "Hinter die Kulissen der digitalen Fachtagung".

Podcast mit Britta Lauermann, Personalratsmitlgied der UK RLP über die Herausforderungen der Personalratsarbeit in der Arbeitswelt von Morgen.

Ein gutes Beispiel, wie Digitalisierung gelingen kann, bietet Michael Kaspers. Er stellte in einem Workshop im Rahmen der Fachtagung „Schöne neue Arbeitswelt“ die „Digitale Transformation in der Arbeitswelt“ am Beispiel der Kreisverwaltung Cochem-Zell vor. In einem Interview haben wir genauer nachgefragt.

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Manfred Breitbach, Geschäftsführer der Unfallkasse Rheinland-Pfalz, spricht über die Chancen und Risiken der Arbeitswelt von Morgen.

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